BlueSCSI (WIP)
Ich beschäftige mich gerade mit meinem BlueSCSI-Paket.
Was habe ich bekommen?¶
Das Set habe ich bestellt bei: One Geek Army Shop
Weitere Bezugsquellen: BlueSCSI authorized sellers
Lieferumfang (Preis: 140 EUR):

Sogar persönlich signiert 😌
BlueSCSI v2 Desktop (bereits im Front Panel mit OLED-Display eingesetzt):

BlueSCSI v2 Desktop S/PDIF Audio Link:

Features¶
Technische Informationen auf BlueSCSI Hauptseite
- SD-Karte auf 50-Pin SCSI Umsetzung
- Bis zu 7 SCSI Geräte auf einmal
- Emuliert Festplatten, CD-ROMs, Bandlaufwerke, MO- und Zip-Laufwerke, Netzwerkadapter
- SCSI/Link über WiFi
- BlueSCSI Toolbox unter DOS für:
- Filetransfer SD -> Image
- CD-Image wechseln
- Steuerung des BlueSCSI
- WiFi-Einstellungen
- BlueSCSI Panel:
- Dateien von und zur SD-Karte übertragen via WiFi
- Firmware-Update BlueSCSI und Frontpanel
- .ini-Datei bearbeiten
- Einlegen und Auswerfen eines CD-Images
- und mehr!
Das Projekt ist vollständig Open-Source (Hard- und Software).
Los geht's¶
Dokumentation: BlueSCSI.com Docs
Aufbauanleitung (für unmontierte Kits): BlueSCSI.com Kit Assembly Instructions
Usage (Nutzung): BlueSCSI Usage
Ich brauche jetzt noch:
- xx GB SD-Karte oder µSD im Adapter
- WiFi Passwort (hab ich auch 😺)
SD-Karte vorbereiten¶
Zunächst mal nehme ich eine 16 GB SD-Karte. Als Dateisystem bietet sich exFAT an. Hier gibt es kein 4 GB Limit pro Datei wie bei FAT32. Es werden jedoch FAT32 und exFAT unterstützt.
Ich beschreibe hier die Partitionierung unter Linux. Unter Windows kann man das mit Minitool Partition Wizard (kostenlose Version) machen. Oder es müsste auch mit Windows Bordmitteln gehen.
Achtung!
Prüft vorher welchen Datenträger ihr bearbeitet! Partitionierung und Formatierung führen zwangsläufig zu komplettem Datenverlust auf dem Datenträger!
exFAT Partition erstellen und formatieren¶
Mit cfdisk auf - in meinem Fall! - /dev/sdf konfiguriere ich eine neue gpt Partitionstabelle, erstelle eine neue primäre Partition mit 100% Platz (15G) und dem exFAT-Partitionstyp = Nr. 7:

Das "Schreiben" der Partitionstabelle bestätigen mit "yes".
Formatieren der Partition auf /dev/sdf1:
mkfs.exfat --volume-label BlueSCSI /dev/sdf1
Auszug:
❯ mkfs.exfat --volume-label BlueSCSI /dev/sdf1
exfatprogs version : 1.4.3 (2026-08-14)
libblkid version : 2.42.3 (01-Sep-2026)
Partition table: none
Zeroing out 65536 bytes: done
Creating exFAT filesystem(/dev/sdf1, cluster size=32768)
Writing volume boot record: done
Writing backup volume boot record: done
Fat table creation: done
Allocation bitmap creation: done
Upcase table creation: done
Writing root directory entry: done
Filesystem UUID: EAED-FC0B
Synchronizing...
exFAT format complete!
Images auf die SD-Karte kopieren¶
Hinweis
Wenn keine Imagedatei auf der SD-Karte vorhanden ist arbeitet BlueSCSI im Raw-Modus, die gesamte SD-Karte ist dann eine einzige Festplatte. Eine bluescsi.ini Konfigurationsdatei ist dann logischerweise auch NICHT vorhanden.
Vorgefertigte Images¶
Vorgefertigte Images gibt es hier: BlueSCSI Images - PC Compatible - HD00_512_512MB_DOS622.zip - HD00_512_2GB_DOS622.zip
Diese Images sind vorkonfiguriert mit:
- DOS 6.22
- Windows for Workgroups 3.11
- Open-Source-Treibern für CD-ROM und Maus
Treiber für die meisten Adaptec ISA-, VLB- und PCI-Karten bis hin zur Ultra 2 Wide-Serie sind enthalten. Die Dateien CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT sind kommentiert, falls Feinabstimmungen vorgenommen oder nicht benötigte Treiber entfernt werden sollen.
Festplatten Images selbst erstellen¶
Wie sollte es anders sein, kann man dies natürlich über Linux dd bewerkstelligen. Gibt es auch für Windows -> Link.
Auch für Windows kann man Disk Jockey verwenden, dieses Programm hat sogar eine BlueSCSI Option und ist im Grunde DAS Tool für das BlueSCSI (ursprünglich für die Verwendung im Mac).
Unter Linux oder Windows mit dd ein 500 MB Image erstellen:
dd if=/dev/zero of=HD00_512_500MB.hda bs=512K count=1000
Naming convention¶
Die Namensgebung der Dateien erfolgt nach dieser Logik:
HDxy_512.hda, CDxy_2048.iso
Image-Typ (erforderlich):
HD - Hard Disk (Festplatte)
CD - Optical (CD)
FD - Floppy (Diskette)
MO - Magneto Optical
RE - Removable
TP - Sequential Tape (Bandlaufwerk)
ZP - Zip100 Drive (Zip-Laufwerk)
Wobei:
x - SCSI ID (Standard: 1, unterstützt 0-7)
y - SCSI LUN (Logische (Unter-)Einheit) momentan nur 0 unterstützt
512 - Sektorengröße (Standard: 512, unterstützt 256, 512, 1024, 2048, 4096, 8192) - optional bei CD-Images
Auch mehrere Floppy Disks oder CDs eines Spiels (in Unterverzeichnissen) werden unterstützt, darauf gehe ich später ein, wenn ich das selbst getestet habe wie das abläuft und wie man diese wechselt.
Bezüglich CD-Images¶
Jegliche CD-Image Formate wie .iso und .bin/.cue werden unterstützt. Eine Sektorgröße muss im Dateinamen nicht enthalten sein.
.bin/.cue-Dateien vor allem für Spiele mit CD-Audio. Die .cue-Datei muss dabei den gleichen Namen wie die .bin-Datei haben.
Wie immer bei externen Laufwerken: Die Laufwerke SAUBER ABMELDEN bevor sie entfernt werden!
Anforderungen an IBM PC kompatible Systeme¶
Dokumentation: BlueSCSI IBM/PC Systems
Hinweis
Die Beschreibung der Verwendung von Steckkarten im Allgemeinen und SCSI-Karten im Speziellen umgehe ich hier jetzt mal, um diese Anleitung auf das BlueSCSI zu beschränken.
IRQ-Einstellungen, Terminatoreinstellungen, Karten mit und ohne BIOS und deren Einstellungen, Bootfähigkeit, Festlegung der SCSI ID für die Controllerkarte etc. sind natürlich zu beachten und entsprechend zu konfigurieren.
Ich gehe also mal von einem funktionierenden SCSI-Setup aus, das heisst Steckkarte und angeschlossene Laufwerke (würden) funktionieren!
Grundsätzliches¶
Kurze Übersicht und Zusammenfassung:
- SCSI ID 7 - Industriestandard für SCSI-Controller. ID 7 hat auf dem Narrow-SCSI-Bus die höchste Priorität
- INT13h aktivieren - Controller-BIOS muss
INT 13haktiviert haben, sonst kann nicht von der SCSI-Platte gebootet werden - IDE vs. SCSI Boot-Konflikt - Wenn das Mainboard-BIOS im Boot Order keine explizite Option für "SCSI" bietet (sondern nur
A, CoderC, A), müssen alle IDE-Festplatten deaktiviert oder abgeklemmt werden.
Andernfalls blockiert der IDE-ControllerINT 13hund das SCSI-BIOS kann die Boot-Führung für das Laufwerk C: nicht übernehmen - Wide / Ultra-Wide Modi aus - Im Controller-BIOS abschalten, BlueSCSI ist ein Narrow-SCSI-Gerät
- Primäre Partition "Active" - Fehlendes Active-Flag auf der primären Boot-Partition führt zu Fehlern wie
Non-system diskbeim Booten LASTDRIVE=Zin derCONFIG.SYS- Laufwerksbuchstaben nach SCSI-ID von der niedrigsten zur höchsten ID in der Reihenfolge Festplatten → CD-ROMs → Wechselmedien, also sollteLASTDRIVE=Zgesetzt sein.
Fehlt dieser Eintrag, schneidet DOS die dynamische Vergabe von Buchstaben beim StandardwertLASTDRIVE=Eab- IRQ/DMA-Ressourcen für ISA/VLB
- IRQ:
9,10oder11- IRQ 5 für Soundkarte, IRQ 7 für LPT1 und IRQ 14/15 für IDE meiden - DMA:
3,5,6oder7- DMA 1 für Soundkarte und DMA 2 für Floppy meiden
- IRQ:
Treiberbedarf unter MS-DOS & Windows 3.x¶
Siehe auch Dokumentation: BlueSCSI DOS SCSI Drivers
Adaptec Treiber: adaptec.zip <- diese befinden sich auch auf den vorkonfigurierten DOS-Images
- Festplatten: Funktionieren bei aktivem Controller-BIOS vollständig treiberlos, da das BIOS die Platten transparent über den System-Interrupt
INT 13hbereitstellt. - CD-ROM-Laufwerke: Benötigen ASPI-Treiber der Controllerkarte und Dateisystem-Erweiterung:
- Hostadapter-ASPI-Treiber in der
CONFIG.SYS(z. B.ASPI4DOS.SYS) - ASPI-CD-Treiber in der
CONFIG.SYS(z. B.ASPICD.SYS) - MS-DOS CD-Erweiterung in der
AUTOEXEC.BAT(MSCDEX.EXEoderSHSUCDX)
- Hostadapter-ASPI-Treiber in der
- Wechselmedien (Zip, Jaz, MO): Benötigen ebenfalls den Hostadapter-ASPI-Treiber, greifen danach aber auf einen universellen Wechselmedien-Treiber in der
CONFIG.SYS(ASPIDISK.SYS) zurück.MSCDEXwird hier nicht benötigt.
Windows 95 und neuer¶
Ab Windows 95 entfallen die DOS-Real-Mode-Treiber in CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT. Das Betriebssystem bindet Hostadapter und Laufwerke direkt über eigene 32-Bit-Protect-Mode-Treiber ein.
Hardware Konnektivität¶
Das BlueSCSI möchte ich mit dem 3,5" OLED-Frontpanel und dem S/PDIF Addon-Board für CD-Audio verwenden, daher hier kurz ein Überblick zum Aufbau der Hardware.
TBC
